Aufpassen beim Hausbau – Hilfe von Freunden wird schnell zu Schwarzarbeit

Wer sich selbst sein Eigenheim schaffen möchte, ist auf Eigenleistungen oftmals angewiesen. Gerade derjenige, der kein Eigenkapital hat. Manche Banken erkennen bei der Finanzierung eines Eigenheims die Leistung des Eigenkapitals in Form von Eigenleistungen an.

So genügt es mitunter schon, 5 oder 10 % der Kapitalsumme flüssig zu haben, die restlichen Prozente bis 20 % Eigenkapital können dann erarbeitet werden. Oftmals wird das so gehandhabt, dass sich der Bauherr von einer Firma die Grundplatte, möglicherweise den Keller, den Rohbau und die Dachstützung errichten lässt.

Dachdeckung und Innenausbau macht er denn selbst. Das dauert zwar etwas länger, weil er ja weniger Erfahrung beim Bauen hat als eine Baufirma, aber dafür ist es deutlich preiswerter und die Qualität ist auch nicht schlechter. Wer diese Variante des Eigenheimbaus wählt, ist auf gute Freunde und Kumpels angewiesen.

Fallstricke lauern

Wer außer sich und seiner Familie noch Fremde, seien es noch so gute Kumpels, auf einer Baustelle beschäftigt, muss verschiedene Dinge beachten. Zum einen, dass die ganze Angelegenheit keine Schwarzarbeit wird. Das bedeutet, dass die Helfer entweder unentgeltlich arbeiten oder ganz normal mit Arbeitsvertrag, beispielsweise als Minijobber. Hier ist eine immense Grauzone, auf die der Zoll akribisch achtet.

Denn zwischen einer Entschädigung, die man dem Kumpel mal schnell in die Hand drückt, und einer organisierten Schwarzarbeit ist nur ein schmaler Grat. Das nächste Problem lauert bei der Unfallversicherung. Alle, die auf dem Bau tätig sind, müssen per Gesetz unfallversichert sein.

Das bedeutet, dass der Bauherr diese Personen bei der Unfallkasse anmelden muss. Das kostet nur einen kleinen Obolus, schützt aber möglicherweise vor jahrelangen Prozessen und Zahlungen. Auch, und das ist ein nicht zu verachtender Nebeneffekt, ist durch die Anmeldung bei der Unfallkasse nachzuweisen, dass keine Schwarzarbeit vorliegt.

Der Bauherr muss für Arbeitssicherheit sorgen

Ein weiteres Problem bei der Beschäftigung fremder Menschen auf der eigenen Baustelle ist, dass jederzeit das richtige, fachgerechte, Werkzeug zur Verfügung stehen muss. Der Bauherr muss also darauf achtgeben, dass nicht etwa beim Gardinenanmachen die Hausfrau auf den Hocker klettert. Passiert dennoch etwas, ist er abgesichert, wenn er, um bei diesem Beispiel zu bleiben, ein Leiter zur Verfügung gestellt hatte.