Die Fußbodenheizung, wie sie wirklich ist

Wünschen tut sie sich eigentlich fast jeder. Denn die Vorstellung, zu jeder Jahreszeit barfuß im Haus gehen zu können und die optimale Wärme im Bereich des Oberkörpers vorzufinden, ist natürlich extrem verlockend. Doch hält sich die Anzahl der Befürworter und der Gegner so ziemlich die Waage. Beide führen plausible Argumente auf, sodass man genau hinschauen muss, um abwägen zu können, ob die Fußbodenheizung eventuell doch das Richtige für einen selbst sein könnte. Doch eines ist sicher: Immer mehr Neubauten verfügen über die Fußbodenheizung. Und dafür wird es einen Grund geben.

Die Fußbodenheizung muss nicht teurer sein als die herkömmliche

Mit diesem Argument waten die Gegner der Fußbodenheizung immer wieder auf. Doch diesem Argument kann gleich die Zugkraft genommen werden. Denn mit einer Studie aus dem Jahre 2001, die von der Universität Berlin durchgeführt wurde, konnte schwarz auf weiß belegt werden, dass diese Heizungsform bis zu 25% günstiger in der Anschaffung sein kann als herkömmliche Radiatoren-Heizkörper. Sicherlich setzt dies voraus, dass im Vorwege die Kosten der unterschiedlichen Anbieter verglichen werden. Denn ohne Vergleich kann nicht gespart werden. Allerdings bedarf die Fußbodenheizung einen höheren Standard hinsichtlich der Wärme- und Trittschalldämmung. Diese ist zu den Anschaffungskosten hinzu zu rechnen.

Selbiges gilt für die Betriebskosten. Denn eine Radiatoren Heizung benötigt eine Vorlauftemperatur von 50° bis 60°C, die Fußbodenheizung hingegen lediglich 35° C. Auf das Jahr berechnet kommen auf diese Weise einige Kubikmeter zusammen.

Die Fußbodenheizung gibt die Wärme auf einer großen Fläche frei. Dadurch entsteht viel früher das Gefühl, dass die gewünschte Temperatur bereits erreicht ist. Man kann also bedenkenlos die gewählte Temperatur um ein oder zwei Grad herunter regeln. Auch dies kann zu einer größeren Ersparnis führen.

Die Crux beim Regulieren der Raumtemperatur

Die meisten Fußbodenheizungen werden „nass“ verlegt. Leider ist die Aufheizzeit der Räume tatsächlich länger als bei einer Radiatoren Heizung. Das liegt allerdings nicht daran, dass die Heizung. Allerdings gilt es, auch den ausgekühlten Beton zu erwärmen, bevor diese den Innenraum erreicht. Doch gerade dieser Vorgang kostet Zeit und natürlich auch Geld. Daher sollte die Fußbodenheizung in der kalten Jahreszeit niemals ganz heruntergefahren werden – auch nicht im Urlaub. Trocken verlegte Fußbodenheizungen hingegen weisen eine ähnliche Aufheizzeit auf wie die Radiatoren Heizung.

Märchen um die Venengesundheit

Ein Gerücht, das sich standhaft hält, ist, dass Fußbodenheizung bei Venenerkrankungen bzw. einer vorhandenen Schwäche des Venensystems zu Thrombosen führen kann. Führende Ärzte dieser Disziplin machen jedoch glaubhaft, dass es nicht am Heizungssystem liegt, wenn Thrombosen entstehen, sondern mehr am Bewegungs- und Ernährungsstil des Betroffenen. Lediglich die Fußbodenheizungen der ersten Generation, die mit extrem hohen Temperaturen gelaufen sind, haben vereinzelt zu diesem Problem geführt – allerdings mehr als I-Tüpfelchens auf einer bereits schweren Erkrankung.